Hintergrund der MagicMap
Satellitenortung und terrestrische Ortung in GSM-Mobilfunknetzen waren
bislang die gängigen Möglichkeiten zur
Positionsbestimmung. Viele neu aufkommende Anwendungen gehen aber
von Indoor-Szenarien aus, etwa in Bürogebäuden,
Museen, Lagerhäusern oder Shopping-Malls oder, im Bereich
Verkehrsmanagement, in Parkhäusern, Bahnhöfen,
Flughäfen oder Straßenschluchten zwischen
Hochhäusern, in denen Satellitensignale nicht oder nur
schlecht empfangbar sind. Auch in einigen
Outdoor-Szenarien -
beispielsweise auf Rangierbahnhöfen oder
Güterumschlagplätzen - sind zwar
grundsätzlich konventionelle GPS/GSM-Ortungstechnologie
einsetzbar, zeigen aber aufgrund hoher Kosten, aufwändiger
Installation wegen des hohen Stromverbrauchs, unzureichender
Genauigkeit oder anderer Faktoren, die zu ungenügender
Handhabbarkeit führen, oftmals schlechte
Kosten/Nutzen-Eigenschaften. Dies führte zur Entwicklung von
kostengünstigen Ortungslösungen basierend auf
Kurzstrecken-Funkstandards wie WLAN, Bluetooth oder RFID.
Mittlerweile sind mehrere Systeme aus
Forschung und Wirtschaft verfügbar, die unter
günstigen Infrastrukturbedingungen Ortungsgenauigkeiten bis zu
1m erreichen können. Insbesondere sind Verfahren attraktiv,
die sich auf das verbreitete und ohne Anmeldung nutzbare 2,4 GHz
Frequenzband des 802.11 WLAN-Standards stützen und ohne
spezielle Hardwareerweiterungen auskommen. Durch ausgeklügelte
Algorithmen sind Indoor-Ortungen in typischen Büroumgebungen
mit nur wenigen Metern Abweichung erreichbar. Diverse Anbieter treten
mit unterschiedlichen Verfahren bereits in dieses Marktsegment, das
sich kurz vor dem Sprung in den Massenmarkt befindet.
Für den Einsatz auch unter problematischen Bedingungen
(wechselnde Verfügbarkeit oder Position von Signalquellen
sowie Störungen der Signalausbreitung durch Hindernisse)
besteht allerdings noch Forschungsbedarf. In Umgebungen, in denen eine
hohe Dynamik der Funkfelder durch bewegliche Funkhindernisse (z.B.
durch Fahrzeuge) zu erwarten ist, bringt die bislang übliche
Technik der statischen Vermessung der Signalausbreitung nur
ungenügende Ortungsergebnisse. Eine dynamische Einmessung wird
dann obligatorisch, war bislang aber nicht handhabbar.
MagicMap bringt hier drei wesentliche Merkmale ein:
- Peer-to-Peer-Kooperation von Teilnehmern zum Austausch der Signalinformationen
- Kombination von Signalstärke-Trilateration sowohl zu stationären als auch mobilen Referenzpunkten mit Signal-Propagationsmodellen
- Erweiterbarkeit durch modulare Architektur. MagicMap funktioniert z.Zt. mit WLAN und kann um weitere Funkstandards ergänzt werden. In Frage kommen RFID (passiv/aktiv), GSM, UMTS, Bluetooth und ZigBee.
Weitere Standards, die Laufzeitdifferenz zur Trilateration nutzen (GPS, RTLS, UWB) können ebenfalls integriert werden.
Wiki-Links
Historie
Chronologische Liste der wichtigsten Ereignisse
Positionsbestimmung
Die Grundlagen
Verfahren
Wie funktioniert MagicMap?